Die Daten zum Wärmepreisindex (WPI) zeigen ein klares Muster: 2022 ein massiver Preisschock. Ab 2023 beruhigt sich die Dynamik deutlich. Ab 2024 bewegen sich die monatlichen Änderungen nur noch minimal.
Und trotzdem bleiben die Preise hoch.
Das Problem liegt nicht mehr in der Volatilität. Die kurzfristige Unsicherheit ist zurückgegangen. Was bleibt, ist ein dauerhaft angehobenes Preisniveau.
Warum?
Ein zentraler Grund dürfte die Konstruktion vieler Preisgleitklauseln sein. Sie koppeln Wärmepreise mechanisch an den WPI. Steigt der Index stark, wandern die Erhöhungen rasch in die Verträge. Fällt er oder stabilisiert sich, wirken Rückgänge nur langsam oder gar nicht durch. Schocks gehen schnell rein – kommen aber nur sehr zäh wieder heraus. Die Daten legen nahe: Der WPI reagiert zwar korrekt auf Marktbewegungen. Doch als Instrument für faire, kostennahe Preisbildung in langfristigen Fernwärme- oder Contracting-Verträgen könnte er schlicht ungeeignet sein.
Denn er bildet vor allem Niveauverschiebungen ab – und konserviert sie anschließend.
Wenn ein Index dazu führt, dass Fernwärme- und Contracting-Preise schneller steigen als sie wieder sinken, dann ist nicht nur der Markt das Thema. Dann ist die Wahl des richtigen Indikators das Thema. Eine einfache, problemlose und vor allem nachvollziehbare Form wäre nach echten Kosten abzurechnen.
Und genau darüber sollte jetzt ernsthaft diskutiert werden.
Der Wärmepreisindex im Stresstest: Dynamik, Bruch und Persistenz